Schleppleine für Anfänger

Jeremy Like My Dog Schleppleine

Jeder Hundebesitzer kennt das, der Hund soll seine Freiheit genießen, jedoch das 100%ige Vertrauen ist noch nicht da oder du kennst die Schwächen deines vierbeinigen Freundes. Vielleicht läuft er gerne Hasen hinterher oder muss jedes Mausloch auf die Größe eines Kellers für ein Einfamilienhaus erweitern. Wie kannst du ihm trotzdem dieses Gefühl der eingeschränkten Freiheit vermitteln? Für diesen Fall gibt es eine Supersize-Me Variante der Hundeleine, auch Schleppleine genannt. Es gibt sie in verschiedenen Größen, Längen, Materialien und Farben. Es gibt sie sogar mit den Initialen oder mit dem kompletten Namen deines Hundes auf Wunsch bedruckt.

Die Schleppleine

Ausgestattet mit der Schleppleine 20m – Neon-Gelb – zugfest, schmutz- und wasserabweisend mit zwei Karabinern inklusive Namensaufdruck „Jeremy und sein Chef“ geht es los zum ersten Ausflug in die Freiheit. Natürlich wählst du als empathischer Hundemensch eine naturbelassene Umgebung mit viel Bewuchs in kleiner und großer Form – kurz Wald – aus.

Warum der Wald? Dein Hund wurde bei einem Menschen im Haus geboren, dort hat er dann die ersten Wochen seines Lebens im Haus bzw. Garten verbracht und ist dann zu dir nach Hause gekommen, wo er intensiv Klickparkett und Polyesterteppich kennengelernt hat und stets aus Dosen gefüttert wird (dafür aber mit Wildfleisch mit Süßkartoffeln, Preiselbeeren und Rosmarin). Dein Hund ist für das raue Leben im Wald vorbereitet. Natürlich nur unter Aufsicht und mit der Schleppleine.

Der Wald, ein Hauch von Freiheit

Im Wald angekommen, zeigt dein Vierbeiner schon mittels hoch erhobenem, freudig wedelndem Schwanz seine Freude über das bevorstehende Abenteuer an. Auch in dir kommt schon die Stimmung auf, jetzt geht es endlich los. Nur der Hund und du im Einklang mit der Natur. Einsam wollt ihr auf gut ausgetrampelten Wegen den ursprünglichen Wald durchstreifen. Alle 15m befindet sich ein Mistkübel und eine Parkbank auf der sich Pensionisten und Familien mit Kleinkindern niedergelassen haben. Das ist dir jedoch völlig egal. Du spürst das Outback, die unendlichen Weiten des Indian Summers in den Wäldern Kanadas und atmest tief durch.

Abrupt wirst du wachgerüttelt, da dein Hund diesen Moment etwas kürzer genossen haben dürfte als du und bereits los gelaufen ist. Da dein Hund sehr schnell laufen kann ist er nach ca. 4s (Windhunde ca. 1,5s) am Ende der Schleppleine angelangt und reißt dir fast das Schultergelenk aus und du machst ca. drei Ausfallschritte nach vor um nicht zu stürzen. Kurz die Krone gerichtet und weiter geht es.

Nachdem du dich vom ersten Ruck erholt hast, läufst du deinem Hund hinterher. Dieser ist schon in den bekannten Passgang übergegangen, um den Vorwärtsschub zu maximieren. Nachdem du etwas aufgeholt hast, geht dein Hund in den Trab über, da er ja seine Freiheit genießt. In bester Agility Manier läuft er zick zack mit der Leine zwischen den Bäumen hindurch. Du stolperst eher behäbig hinterher und versuchst die verhedderte Leine frei zu bekommen.

Das Dilemma mit dem Kommando

Verzweifelt rufst du das Kommando „Jeremy, zuuuu Miiiirrrr!“. Jeremy dreht kurz den Kopf und geht weiter. Wieder rufst du „Jeremy, zu MIIIIIRRRRRR!“. Emotionslos geht Jeremy weiter, zum dritten Mal um denselben Strauch herum, immer mit der Schleppleine hinten dran. Jetzt setzt sich der Rudelführer in dir durch. „JEERREMMYYY! ZUUUUU MIIIRRRRRRR.“ Rufst du mit fester, leicht verzweifelter und brüchiger Stimme. Pensionisten und Kinder drehen sich bereits zu dir um, um dem Spektakel beizuwohnen. Jetzt zahlen sich die vier Hundekurse für insgesamt 600€ endlich aus. Dein Hund dreht sich um und kommt zu dir…. genau 1,5m. Denn dann ist das Ende der Schleppleine erreicht. Diese hat sich um vier Bäume gewickelt und der letzte Busch wurde erfolgreich drei Mal umrundet. Dann war die begrenzte Freiheit schlagartig zu Ende. Verzweifelt sieht dich dein treuer Freund an und hofft nun auf Rettung. Unter leisem Fluchen beginnst du die ach so tolle Schleppleine auszufädeln. Nachdem du im Unterholz beim Busch angekommen bist, verhedderst du dich in den Ästen und stolperst über die Leine.

Mühsam rappelst du dich auf und dein Hund läuft vor Aufregung um dich herum. Gefesselt von der Leine –  wie in einem Bondage Film – verwünschst du die unzähligen Videos, die du dir auf Youtube angesehen hast: „Der richtige Umgang mit der Schleppleine“ oder „Spaß mit dem Vierbeiner und der Schleppleine“.

Der geordnete Rückzug

Unter dem Grinsen deines Publikums, hängst du deinen Hund von der Leine ab. Du entwirrst die Leine – gleichzeitig den Hund am Geschirr haltend – von deinen Füßen und dem Strauch. Danach rollst du die Schleppleine auf eine Länge von einem Meter auf und hängst deinen Hund wieder an. Die restlichen Meter geht ihr gemeinsam mit dieser sehr eingeschränkten Freiheit zum Auto zurück. Freudig springt dein Hund in die Box und ist noch völlig aufgeregt vom gemeinsamen Spaziergang mit der Schleppleine.

Am Hundeplatz auf deine ersten Erfahrungen mit der Schleppleine angesprochen, erzählst du, wie toll es nicht war. Dein Hund konnte gemeinsam mit dir einen Hauch von Freiheit genießen und du kannst es nur jedem empfehlen es zu probieren. Dabei verdeckst du mit deiner langen Hose mitten an einem heißen Sommertag im Juli die Striemen an deinen Füßen, die du dir beim Spaziergang zugezogen hast.

Die Schleppleine für Anfänger.

Wenn du wissen willst, was sich sonst noch alles ändert, wenn du einen Hund hast, schau dir diesen Blogpost – 5 Dinge, die sich ändern, wenn du einen Hund hast an.

Euer Team von Like My Dog