Entwurmen bei deinem Hund, aber wie?

Entwurmen Hund

Zur regelmäßigen Pflege deines Hundes gehört auch die Wurmkur, umgangssprachlich auch Entwurmen genannt. Dieses Thema ist nicht nur für die Gesundheit deines Hundes wichtig, sondern auch für alle im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienmitglieder. In diesem Artikel erkläre ich dir, welche Würmer es beim Hund gibt, welche Meinungen es zum Entwurmen gibt und welche Möglichkeiten ich kenne. Weiters erfährst du auch, wie wir das Thema handhaben und unseren Hund entwurmen.

Für Wurmkuren gibt es keine allgemein gültige Aussage oder Richtlinie, die auf jeden Hund zutrifft. Im Netz und unter Tierärzten gibt es verschiedene Meinungen. Teilweise wird dieses Thema sehr emotional und kontroversiell diskutiert. Dieser Post soll dir Möglichkeiten und Meinungen aufzeigen, damit du dich zu diesem Thema ausreichend informieren kannst. Damit solltest du die Möglichkeit haben, dir eine Meinung zu bilden und diese mit demTierarzt deines Vertrauens besprechen und auf deinen Hund abstimmen. Viel Spaß beim Lesen!

Würmer beim Hund

Die häufigsten Würmer, von denen dein Hund befallen sein kann sind folgende:

Der mit Abstand am häufigsten vorkommende Wurm bei Hunden ist der Hundespülwurm lat. Toxocara canis. Eine Infektion mit diesem Wurm läuft lange Zeit symptomlos. Dein Hund nimmt die Eier des Spülwurms meist über die Nahrung auf. Das heißt jetzt nicht, dass sich die Eier in seiner Nahrung befinden, sondern in infizierten Nagern oder durch aufgenommenen infizierten Kot anderer Hunde. Nach Aufnahme der Eier entwickeln sich diese im Körper deines Hundes weiter und vollziehen eine ca. 10 tägige Körperwanderung. Sie gelangen schlussendlich in den Darm deines Hundes. Dort entwickelt sich der Wurm vollständig zur Geschlechtsreife und das Weibchen produziert bis zu 200.000 Eier täglich. Zur einfachen Veranschaulichung gibt es vom CDC ein Übersichtsschema zum Lebenszyklus eines Spülwurms.

Wurmkur Hund entwurmen

Lebenszyklus beim Spülwurm

Wurmprophylaxe und welche Hunde sind besonders gefährdet

Das Wichtigste zuerst – es gibt KEINE WURMPROPHYLAXE, das heißt du kannst deinen Hund nicht 100% vor einer Infektion schützen. Wenn du deinen Hund entwurmst, ist er am Tag der Entwurmung wurmfrei, kann sich aber bereits am nächsten Tag wieder mit neuen Eiern/Würmer infizieren.

Ein gesunder Hund mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung ist resistenter gegen einen Wurmbefall. Dieser hat selber genug Abwehrkräfte gegen den Parasiten, was jedoch KEIN 100% Schutz ist. Ältere, schwache Tiere und auch Welpen können sich leichter mit den unliebsamen Würmern anstecken. Bei Welpen kann das durchaus auch schon im Körper der Mutter stattfinden. Auch “Freigänger” sind einem größeren Risiko ausgesetzt, durch die möglicherweise unkontrollierte Aufnahme von Mäusen und infiziertem Kot.

Anzeichen einer Wurminfektion

Ist dein Hund mit Würmern infiziert, läuft diese Infektion anfangs fast symptomlos ab. Erst bei stärker werdendem Befall, können sich folgende Symptome abzeichnen:

  • Juckreiz am After (ugs. Schlittenfahren genannt)
  • Vermehrte Nahrungsaufnahme
  • Erbrechen
  • Aufgeblähter Bauch (Wurmbauch)
  • Ausscheiden von Würmern oder Wurmteilen
  • Stumpfes Fell
  • Schwäche und Lustlosigkeit

Diese Symptome weisen jedoch schon auf einen starken Wurmbefall, meist bereits über längere Zeit hin. Ein leichter Wurmbefall kann vom Immunsystem deines Hundes gehandhabt werden. Auch bei einem leichten Befall kann dein Hund schon Eier ausscheiden und das möchtest du ja auf jeden Fall verhindern.

Welche Wurmkuren gibt es?

Wurmkuren lassen sich grob gesagt in drei Gruppen unterteilen:

  • Spot On´s: Diese Präparate werden auf die Haut deines Hundes aufgetragen. Oft wird dies von KatzenbesitzerInnen verwendet, da Katzen wahre Magier beim aufspüren von Tabletten in Leckerlies sind.
  • Pasten
  • Tablettenform

Pasten und Tabletten können in einem Leckerlie oder im Futter “versteckt” werden und da dein Hund ein Schlinger ist, nimmt dieser die Tablette meist problemlos auf. Nach Verabreichung des Präparates solltest du zu Hause sein und deinen Hund beobachten. Vielleicht verträgt dein Hund das eine oder andere Mittel nicht und erbricht sich oder zeigt andere Symptomen wie Ruhelosigkeit oder ähnliches. Sollten solche Anzeichen auftreten, bitte diese mit deinem Tierarzt abklären und eventuell ein anderes Präparat zum Entwurmen anwenden. Die Dosierung der Wurmkuren erfolgt nach dem Gewicht deines Hundes d.h. je schwerer dein Hund ist, desto mehr erhält er vom jeweiligen Präparat.

Wie oft soll ich meinen Hund entwurmen?

An dieser Frage scheiden sich die Geister und wenn du fünf HundebesitzerInnen fragst erhältst du sieben Meinungen. Ich will dir hier auch nichts empfehlen, da ich kein Tierarzt bin. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Szenarien, die ich die aufzeigen möchte als kleine Hilfestellung. Dazu gibt es ein ESCCAP-Entwurmungsschema, das du dir ansehen kannst. ESCCAP ist das European Scientific Counsel Companion Animal Parasites, ein Zusammenschluss von Verterinärparasitologen aus derzeit 13 verschiedenen Ländern (Stand 01/2018)

ESCCAP-Entwurmungsschema

Anhand dieses Leitfaden kannst du dich orientieren, wie oft du deinen Hund entwurmen solltest.

Entwurmen nach Kotuntersuchung

In diesem Leitfaden findest du auch die Möglichkeit einer Kotprobenuntersuchung. Du kannst den Kot deines Hundes auf Würmer untersuchen lassen. Hierbei musst du Kotproben von drei aufeinanderfolgenden Tagen zu deinem Tierarzt bringen und dieser untersucht die Proben auf Eier und Würmer. Sollte er welche finden berät er dich über die nächsten Schritte.

Alternativen zu Wurmkuren und der “chemischen Keule”

Viele HundebesitzerInnen wollen ihrem Hund keine herkömmliche Wurmkur geben, da diese Antiparasitika giftig sind/sein können. Es werden vom Hund ca. 5-10% des Mittels resorbiert und über die Leber abgebaut, der Rest wird wieder mit dem Kot ausgeschieden.

Biologische Alternativen zu den chemische Präparaten sind

  • Kokosöl oder Kokosraspel: Einfach in das Futter mischen
  • Geriebene Karotten
  • Gemahlene Kürbiskerne

Ich kann zu den biologischen Alternativen derzeit nicht viel sagen und kann über die Wirksamkeit keine Auskunft geben. Schaden fügen diese Produkte deinem Hund auf keinem Fall zu. Sie helfen eine gesunde Darmflora im Hund herzustellen/ zu erhalten, die es für die Würmer schwerer macht im Darm “anzudocken”, als bei einem geschwächten Tier. Ob diese jedoch einen akuten Wurmbefall bekämpfen können, kann ich nicht sagen, würde jedoch eher auf nein tippen.

Wie machen wir es bei unserem Hund

Anfangs hat Jeremy das Präparat “Drontal” erhalten, das er leider nicht sehr gut vertragen hat. Er wurde durch dieses Mittel ruhelos und hat Durchfall bekommen. Jetzt verwenden wir das Mittel “Milbemax”  viermal im Jahr und er verträgt es sehr gut. Jeremy zeigt keine Nebenwirkungen und bekommt auch keinen Durchfall.

Bei den folgenden Links, findest du noch Argumentationen für und gegen das regelmäßige (strategische) Entwurmen.

Wir hoffen, euch mit diesem Post das Thema Entwurmen beim Hund etwas näher gebracht zu haben. Schalte deinen Hausverstand ein und bilde dir selbst eine Meinung, die deiner Lebenssituation und der deines Hundes am besten entspricht.

Bis zum nächsten Mal,

das Team von Like My Dog